Leinsamen HaufenLeinsamen (häufig auch als Leinsaat bezeichnet) findet immer häufiger in die europäische Küche. Denn die Samen des Flachses vereinen nicht nur zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe, sie schmecken darüber hinaus auch richtig gut. Genug Gründe, dir einmal alle Vorteile dieser kleinen Supersamen vorzustellen. Gegen Ende erfährst du zudem, wie du Leinsamen in deine eigenen Mahlzeiten kinderleicht integrieren kannst.
Infografik zu Leinsamen

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Darum sind Leinsamen ein ganz spezielles Lebensmittel

Äußerlich sind Leinsamen eher unscheinbar braun und gedrungen bis flach. Sie enthalten etliche gesunde Fette (Fettanteil knapp 40%) und schmecken nach Nüssen. Bereits seit vielen hundert Jahren wird Leinsamen von medizinischer Seite aus bei Magen-Darm-Beschwerden verordnet. Denn aufgrund des Quellverhalten können Blockaden wie fester Stuhl aber auch kleinere bakterielle Infekte an der äußeren Magenschleimhaut beseitigt werden.

Vor Rund 15 Jahren sorgte gentechnisch verunreinigte Leinsaat aus Kanada für ein schlechtes Image der kleinen Samen. Erst durch etliche Regularien und Kontrollen hat man es geschafft, dass gentechnisch modifizierte Leinsamen flächendeckend aus den Regalen verschwanden. Der Ruf hat sich allerdings erst in den letzten Jahren, im Zuge der Deklaration als Superfood, entscheidend rehabilitiert. Zum Glück, denn Leinsamen kann unserer Gesundheit in vielerlei Hinsicht nur zuträglich sein.

Inhaltsstoffe

  • Ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren und Alpha-Linolensäuren machen rund 20% der Leinsamen aus.
  • Vitamine aus dem B-Komplex (B1, B2 und B6) sowie Vitamin E
  • Organische Säuren wie Folsäure und Pantothensäure
  • Verschiedenste Proteine
  • Schleimstoffe
  • Polyphenole und Lignane

Gesundheitsfördernde Wirkung und Erfahrungswerte zu Leinsamen


Obwohl auch Leinsamen wie die allermeisten Superfoods bis oben hin vollgestopft sind mit Vitaminen und Antioxidantien, so sind es doch die positiven Eigenschaften auf unser Verdauungssystem, die Leinsamen ganz besonders machen. Neue Forschungen deuten sogar auf eine Tumor-hemmende Wirkung hin. Mehr dazu im Folgenden…

Leinsamen lösen Verstopfungen und reinigen die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes

Die Wirkung der Leinsamen beruht auf dem Phänomen der Quellung: Kommen die Leinsamen mit Feuchtigkeit in Berührung, so quellen diese auf und erreichen ein Vielfaches ihres ursprünglichen Umfangs. Desweiteren werden sie mit einer Schleimhülle umgeben.

Dieses eigenartige Quellverhalten hat für unseren Verdauungstrakt zwei positive Folgen: Zum einen weicht der Leinsamen Schleim verhärteten Stuhl auf, und löst somit Verstopfungen. Ja, ganz richtig gelesen: Leinsamen sind ein natürliches und verschreibungspflichtiges Abführmittel.

Darüber regt die rasante Oberflächenvergrößerung der aufquellenden Samen durch den sanften Druck auf die Schleimhäute die Magen- und Darmrezeptoren an. Die Folge davon: Die Darmperistaltik kommt wieder in Schwung, der Nahrungsbrei und mit ihm eventuell verstopfende Verhärtungen werden weiter transportiert. Wissenschaftlicher sprechen in diesem Kontext auch von einem Entleerungsreflex. Folglich schützen Leinsamen die Magenschleimhaut und sorgen für eine reibungslose Darmentleerung.

Übrigens: Leinsamen als ganze Samen wirken deutlich weniger stark als grob geschrotete Samen.

Leinsamen stabilisieren den Stoffwechsel & das Herz-Kreislauf-System und sind ein natürliches Mittel gegen diverse Krebsformen

Die Studien häufen sich, die eine heilende oder zumindest Wachstums-hemmende Wirkung von Leinsamen auf Darm-, Prostata- und Brustkrebs andeuten. Genauere Studien und Beweise fehlen derzeit aber noch.

Fest steht jedoch, dass die vielen ungesättigten Fettsäuren dabei helfen, den körpereigenen Stoffwechsel zu regulieren und die Effizienz der über die Nahrung aufgenommenen Vitamine erhöhen. Denn viele Vitamine wie allen voran Vitamin C können nur in Gegenwart bestimmter Fette wirken.

Darüber hinaus wirken die Fettsäuren senkend auf den Cholesterinspiegel und stellen eine wirksamen Schutz für unser Herz dar.

Achtung: Mögliche Nebenwirkungen von Leinsamen

In der Schwangerschaft sollte auf Leinsamen verzichtet werden. Denn es gibt vereinzelt Berichte, dass Leinsamen die Wehen auslösen können. Auch verschlimmern Leinsamen bei einem kompletten Darmverschluss oder einer starken Verengung der Speiseröhre die Lage lebensbedrohlich. Bei starken, mehrer Tage über andauernden Verdauungsbeschwerden sollte von eine Selbstmedikation mit Leinsamen unbedingt abgesehen werden und ein Termin mit dem Hausarzt vereinbart werden.

Desweitere besitzen die Leinsamen Vorstufen und Derivate der giftigen Blausäure. Doch keine Sorge: bei normalen Mengen ist der Blausäure-Anteil definitiv zu vernachlässigen. Du solltest davon absehen, Leinsamen zu rösten oder stark zu erhitzen. Dadurch werden kaum Blausäure-Vorstufen vernichtet, sehr wohl jedoch die so gesunden Fette und Glykoside.

Leinsamen kaufen – darauf solltest du achten!

Günstig Leinsamen Körper kaufenLeinsamen kannst du mittlerweile in so gut wie jedem Supermarkt, Reformhaus oder Online Shop kaufen. Es gibt sie als ganze Samen, geschrotet oder als fertiges Öl. Wichtig ist zu wissen, dass geschrotete Leinsamen unbedingt kühl gelagert werden müssen und auch in gekühltem Zustand nicht lange aufbewahrt werden können.

Daher macht es Sinn, sich fertige Samen zu kaufen und diese zu Hause selbst zu mahlen – etwa mit einer alten Kaffeemühle. Geschrotete Samen wirken deutlich besser und sind bekömmlicher als die ganze Samen.

Verwendung in der Küche und Integration in deinen Alltag

Leinsamenöl oder geschrotete Leinsamen können Salate oder Smoothies auf gesunde, leicht nussige Art verfeinern.

Wusstest du’s? Leinsamen können auch als Ei-Ersatz herhalten! Ein Esslöffel geschroteter Leinsamen vermengt mit drei Esslöffeln Wasser entspricht dabei einem Ei. So kannst du Leinsamen zum Backen und Kochen, etwa für Aufläufe, verwenden.

Generell solltest du in Bezug auf Leinsamen das richtige Maß finden. Denn zu viele Leinsamen verursachen leicht Blähungen und Bauchschmerzen. Wir empfehlen, nicht mehr als 3 Esslöffel Leinsamen pro Tag zu konsumieren. Generell ist es wichtig, ausreichend Wasser zu sämtlichen Leinsamen-Gerichten zu trinken. Damit wir die Flüssigkeitsmenge, die beim Quellvorgang von den kleinen Samen absorbiert wird, dem Körper zurückgegeben.

Leinsamen
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